Blutsauger & Giftspritzer gesucht!

Sonntag, 26. September 2004, 16.00 Uhr, 3sat Erstausstrahlung

Mainz (ots) – Speichel und Gift exotischer Tiere bergen häufig eine Quelle neuer Medikamente. Aus diesem Grund befassen sich Wissenschaftler immer öfter mit Vampir-Fledermäusen, mit Giftschlangen und seltsamen Schnecken, die tödliche Giftpfeile abschießen können. All diese Kreaturen haben nämlich eines gemeinsam: Sie haben über Millionen von Jahren clevere, biochemische Methoden entwickelt, um ihren Feinden zu begegnen, oder ihren Wirt für ihre eigenen Zwecke zu manipulieren. Und so konzentrieren sich die Forscher auf Moleküle, die sich im evolutionären Wettrüsten zwischen Parasit und Wirt oder zwischen Jäger und Beute entwickelten und beim Menschen häufig therapeutische Wirkung erzielen.

Die Pharmaindustrie will diese Schätze heben. Sie hat es auch bitter nötig. Denn obwohl die Investitionen der weltweit 40 größten Pharma- und Biotech-Unternehmen für Forschung und Entwicklung neuer Medikamente im Jahr 2000 mit zusammen 64,7 Millarden Dollar schon fast dreimal so hoch waren wie zehn Jahre zuvor, hat sich die Zahl der jährlich zugelassenen Medikamente mit neuen Wirkstoffen im gleichen Zeitraum fast halbiert. Mittlerweile gehört die Suche nach tierischen oder pflanzlichen Wirkstoffen zum Pflichtprogramm der pharmazeutischen Industrie.

hitec“-Autor John A. Kantara berichtet, wie Wissenschaftler versuchen, „Blutsauger“ und „Giftspritzer“ vor allem gegen Volkskrankheiten wie Herzinfarkt, Schlaganfall, Diabetes und chronische Schmerzen in den Dienst zu nehmen.

Redaktionshinweis: Fotos erhalten Sie bei der ZDF-Bildbereitstellung unter http://bilderdienst.zdf.de.

Presse und Öffentlichkeitsarbeit 3sat Peter Bernhard (06131 – 706261) Mainz, 20. September 2004

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